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Sibio Sensor im Langzeittest: Was Ketone im Alltag wirklich zeigen

Sibio Set

Inhaltsverzeichnis

28 Tage Ketone messen, beobachten und verstehen – meine Erfahrungen mit dem Sibio Sensor zwischen Fasten, Ernährung, Bewegung und Alltag

Der Weg in die Ketose

Um Ketone Messungen besser zu verstehen, ist es erst einmal wichtig zu verstehen, was Ketone sind, woher sie kommen und was sie beeinflusst. 
Es gibt 2 verschiedene Arten der Energiegewinnung, in unserem Körper. Den Kohlenhydratstoffwechsel und den Fettstoffwechsel. Fette oder Kohlenhydrate werden dabei, in den Mitochondrien, zu Energie umgewandelt. Diese sind quasi die Kraftwerke unseres Körpers, die mit verschiedenen Brennstoffen laufen können (ich vergleiche immer ganz gerne Kohle und Atomkraft 😉).
Fett wird dabei nicht direkt genutzt, sondern Ketone. Diese stellt der Körper aus dem Fett her, wenn er sie benötigt.
Wir sind alle in Ketose geboren und das ist auch der Zustand während der Stillzeit. Dem Körper fällt es aber leichter, Kohlenhydrate zu verwerten. Das kann man wieder mit der Kohle vergleichen, die man direkt verbrennen kann, während das Uran erst angereichert und verarbeitet werden muss. Der Körper weiß nicht instinktiv, dass der komplexere Weg, der ergiebigere wäre, und nimmt das, was schneller zur Verfügung steht.
Wenn wir mit einer Keto-Ernährung beginnen, dann entziehen wir dem Körper die Kohle(nhydrate), also muss er auf eine andere Energiequelle umsteigen. Gleichzeitig stellen wir ihm reichlich Fett zur Verfügung und bieten ihm so einen Anreiz, dieses zu Ketonen umzuwandeln.

Die ersten Tage checkt er das meistens nicht, leert erst mal die Kohlenhydratspeicher und viele rote Alarmleuchten blinken wild. Egal wie viel du (konform) isst, der Körper signalisiert dir Hunger, weil eben keine Energie nachkommt. 

Nach ein paar Tagen fügt sich dann dein Körper seinem Schicksal. Die Glukosevorräte sind aufgebraucht und er will einfach überleben. Da erinnert er sich, dass er entweder Protein und Fett in Kohlenhydrate umwandeln kann (Gluconeogenese, sehr aufwendig) oder eben das Fett zu Ketonen (einfacher). An das Körperfett denkt er dabei erstmal nicht, denn das ist quasi der Notvorrat. Deshalb ist gerade anfangs auch eine gute Fettzufuhr nötig, denn sonst werden dann doch die Proteine hergenommen.
Der Körper baut nun Fett zu Ketonen um, die Mitochondrien können diese allerdings bisher nicht richtig verwerten.
Das Uran ist quasi angereichert und einsatzbereit, aber das Kraftwerk muss die Maschinen noch umbauen.
Die produzierten Ketone werden einfach mit dem Urin ausgeschieden. 
Stückchenweise nehmen die Mitochondrien nun ihre Arbeit mit den Ketonen auf. Jetzt fangen sie an, aus den Ketonen, Energie zu produzieren. Viele nehmen das als Energieschub, weniger Hunger und deutlich mehr Klarheit im Kopf wahr. (Duracell Häschen-Effekt).
Gleichzeitig nehmen die Ketone im Urin ab, da sie ja genutzt werden.
 

Die verschiedenen Messmethoden

Urinstreifen

Du kennst bestimmt diese Urinstreifen. Sie sind furchtbar günstig und ich glaube, gerade anfangs haben wir alle einmal darauf zurückgegriffen. 

Das Problem ist, dass sie nur solange Ketone anzeigen, wie dein Körper sie noch nicht nutzt. Sobald dein Körper sie dann nutzt und du wirklich in Ketose bist, zeigen die Streifen nichts mehr an (maximal einen Überschuss).

Die Streifen sind also zwar günstig, aber sinnlos. 😉

Messung über Atemmessgeräte

Gleich vorweg: Ich habe kein solches Gerät und berufe mich auf die Erfahrungen aus der Community.

Die guten und einigermaßen zuverlässigen Geräte sind ziemlich teuer. Das wäre allerdings vertretbar, wenn es nur eine Anschaffung wäre. Man sich nicht pieksen muss und so oft messen kann, wie man möchte. 

Ganz so ist es allerdings nicht, denn die Geräte müssen regelmäßig (alle X Messungen) zur Kalibrierung eingeschickt werden und das ist relativ teuer. 

Dazu kommt, dass die Geräte nicht bei allen Menschen gleich zuverlässig funktionieren. Sie messen nämlich keine Ketone, sondern das Aceton in der Atemluft. Wenn dein Körper vermehrt Fett zu Ketonkörpern verarbeitet, entsteht unter anderem mehr Aceton. Dieses gelangt über das Blut in die Lunge und wird ausgeatmet. Das Atemgerät versucht also, die Acetonkonzentration in der Atemluft zu bestimmen.

Und hier liegt die Krux, denn nicht jeder stellt die gleiche Menge Aceton her und atmet diese aus. Die Werte können also sehr ungenau sein. Mich persönlich hat das immer vor einer Anschaffung abgehalten.

Blutige Messung (wie bei der Blutzuckermessung)

Für die blutige Messung piekst du dich (am besten 30 Minuten nach dem Aufstehen, nüchtern) in einen Finger und gibst einen Bluttropfen auf einen Teststreifen, der in einem Ketone Messgerät steckt.

Diese Messung ist sehr zuverlässig, aber auch nicht unbedingt günstig (etwa 1€ pro Teststreifen plus Anschaffung des Geräts).

Bis ich den Sibio kennengelernt habe, habe ich blutig gemessen. Da ich allerdings schon lange dabei bin, nicht mehr wirklich oft und offen gesagt dachte ich, ich kenne mich mit meinen Ketonen ziemlich gut aus. 

Allerdings musste ich in meinen 28 Tagen Sibio-Test feststellen, dass einmal am Tag eben doch nur eine Momentaufnahme ist, dass man morgens gar nicht mehr feststellen kann, ob es am Vortag einen Fehler gab oder wo dieser lag. Um hier einen genauen Verlauf zu bekommen oder Reaktionen auf Sport, Lebensmittel oder auch Hormone zu sehen, müsste man per se mindestens 5–6 Mal am Tag messen. 

Der Sibio-Sensor

Den Sibio-Sensor habe ich für 28 Tage zum Testen zur Verfügung gestellt bekommen, mit der Bitte, ehrlich zu bewerten, was ich davon halte.

Nach 7 Jahren Keto kannte ich den Sensor natürlich und ich war schon neugierig. Allerdings habe ich nicht sonderlich viel erwartet, da ich dachte, meinen Stoffwechsel schon recht gut zu kennen. 

Er ist nicht gerade günstig und ich sah den Mehrwert vorher nicht. 

Hier muss ich meine Meinung wirklich revidieren. Das Gerät misst alle paar Minuten und es ist wirklich interessant und spannend, wie sich die verschiedenen Faktoren auf die Ketose auswirken. Das sind nicht nur Lebensmittel, sondern auch Sport, Stress, Schlaf, Essensfenster oder Alltagsbewegung. 

Die Werte zeigen sich dabei minimal niedriger und später als bei einer blutigen Messung, da der Sibio im Gewebe misst und nicht im Blut. Sie sind allerdings durchgängig zuverlässig.

 

Der Sibio-Gerätetest

Der Sibio kommt in einem Applikator, mit einem Desinfektionstuch und einem Sensorpflaster, das man darüberkleben kann (wasserfest).

Sibio Set Sibio Sensor im Langzeittest: Meine Erfahrungen mit kontinuierlicher Ketosemessung, Fasten, Ernährung, Bewegung und den Grenzen der Messwerte.
Applikator mit Sensor Sibio Sensor im Langzeittest: Meine Erfahrungen mit kontinuierlicher Ketosemessung, Fasten, Ernährung, Bewegung und den Grenzen der Messwerte.
Der Applikator ohne Sensor nach dem Einsetzen Sibio Sensor im Langzeittest: Meine Erfahrungen mit kontinuierlicher Ketosemessung, Fasten, Ernährung, Bewegung und den Grenzen der Messwerte.
Einrichten

Zuerst suchst du dir eine schöne Stelle am Oberarm, reinigst sie mit dem Desinfektionstuch und setzt dann den Applikator an. Durch Abdrücken wird der Sensor an den Oberarm geheftet. Keine Angst, das tut nicht weh.

Anschließend lädst du die Sibio-App aufs Handy und scannst den QR‑Code von der Verpackung. Der Sensor benötigt nun etwa eine Stunde, um sich zu verbinden und einzurichten. Dann gehen die Messungen auch schon los.

Ich habe festgestellt, dass die Werte die ersten 1–2 Tage immer etwas niedriger sind, als bei der blutigen Messung. Das pendelt sich aber an Tag 2–3 ein. Der Verlauf ist trotzdem korrekt, aber du darfst dir im Kopf ein klein wenig dazu rechnen. 

In der App kannst du dir jetzt deine Verlaufskurve der letzten 24 Stunden ansehen und du siehst den höchsten und den niedrigsten Wert.

Dazu speichert der Sibio alle Daten unter „Records“ ab. Wenn der Sensor einmal ausgelaufen ist, kannst du trotzdem noch jede einzelne Messung einsehen und sogar als Excel-Datei exportieren. Die Daten verschwinden also nicht einfach nach 14 Tagen.

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Polish 20260816 083525302 Sibio Sensor im Langzeittest: Meine Erfahrungen mit kontinuierlicher Ketosemessung, Fasten, Ernährung, Bewegung und den Grenzen der Messwerte.
Meine persönlichen Beobachtungen

Jeder Stoffwechsel funktioniert prinzipiell gleich, aber eben auch nur prinzipiell. Hormone, Allergien, Krankheiten, Genetik, Diäten, Unverträglichkeiten etc. machen eben doch einen gewaltigen Unterschied.

Deshalb sind meine Erfahrungen und Ergebnisse nicht unbedingt die gleichen wie bei dir. Sie ersetzen deshalb nicht deine eigenen Messungen.

  • Sport und Alltagsbewegung haben gleichermaßen viel Einfluss auf die Ketose. (nicht auf die Muskeln 😉). Beides regte die Produktion der Ketone lang anhaltend an. (etwa 30 Minuten später, währenddessen verbrauchst du sie)
  • Unter OMAD habe ich die besten, durchschnittlichen Ketone
  • Mipros sorgen für niedrigere Werte/hemmen die Ketose (eine bittere Erkenntnis)
  • Beschäftigung (auch geistige Beschäftigung) fördert die Ketose, Stress hemmt sie.
  • Ein guter Schlaf fördert die Ketose
  • Fett vor oder zum Anfang der Mahlzeit lässt die Ketone schneller steigen, aber auch schneller wieder fallen. Zu oder nach der Mahlzeit sorgen für einen anhaltenden Anstieg.
  • PSMF hemmt die Ketose.
  • Baden und Duschen ist problemlos möglich.
Probleme

Mein zweiter Sensor war nicht ganz in Ordnung. Die Messwerte lagen deutlich unter der blutigen Vergleichsmessung. Ich vermute eine kleine Beschädigung.

Im Endeffekt konnte ich die Daten zwar trotzdem beobachten und mir einfach etwas dazudenken, aber Experimente mit genauen Vergleichen und Messdaten waren nicht möglich. 

Ich habe bei Sibio angefragt und wäre ich ein regulärer Käufer gewesen, hätte man mir den Sensor natürlich ersetzt. Du bist also auf einer recht sicheren Seite.  

Würde ich mir den Sensor noch einmal kaufen?

Auf jeden Fall und das werde ich auch. Nicht unbedingt für den Dauerbetrieb, aber alle 3–6 Monate, um unter gewissen Bedingungen zu testen.

Dadurch, dass der zweite Sensor nicht richtig ging, gab es einiges, was ich noch gerne ausprobiert hätte, und mir fällt auch immer wieder etwas Neues ein, das ich gerne noch testen würde.

Außerdem diszipliniert mich der Sensor auch persönlich. Wenn ich OMAD testen will, dann esse ich auch wirklich OMAD. Wenn ich Sport vergleichen möchte, dann gibt es keine Ausrede. Gerade wenn man wieder in eine Routine finden möchte, ist das ein toller Einstieg.

Wem würde ich den Sensor empfehlen?

Für einen Dauerbetrieb tatsächlich vor allem Menschen, die gesundheitlich auf hohe Ketone angewiesen sind. Menschen mit viel Entzündungsgeschehen, Epilepsie, Autoimmunerkrankungen oder auch Alzheimer/Demenz (hier ist es besonders gut, weil auch die Familie überwachen kann). Zumindest bis man eine individuelle und sichere Routine gefunden hat.

Für einen sporadischen Betrieb (x Sensoren im Jahr), allen, die ihren Stoffwechsel besser verstehen möchten, einen Reset planen, ihre Ernährung und den Alltag für sich optimieren möchten, also quasi jedem, der Keto lebt.

Für wen ich den Sensor nicht empfehlen würde (außer die Neugier siegt), sind Menschen, die gerade erst angefangen haben. Der Stoffwechsel benötigt eine Zeit, um sich umzustellen, und die Ketone springen munter im Kreis herum. Das ist zwar sicher trotzdem interessant und du siehst auch, ob du in Ketose bist. Allerdings haben die Werte da noch wenig Aussagekraft bezüglich Routinen und Reproduzierbarkeit. Dafür wäre er mir einfach zu teuer. 😉

Solltest du Interesse am Sibio haben, findest du ihn hier oder über den Button direkt unter dem Beitrag.

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